Low-Vision-Versorgung & Sonderanfertigungen – Expertenbesuch von André Schwolow
Low-Vision-Versorgung & Sonderanfertigungen – Expertenbesuch von André Schwolow
Am 28. April 2026 hatte die Klasse des dritten Lehrjahres der Augenoptikerinnen und Augenoptiker im Rahmen des Lernfeldunterrichts zum Thema „Kunden die Anwendung vergrößernder Sehhilfen erklären“ die besondere Gelegenheit, den Spezialoptik-Experten André Schwolow im Unterricht zu begrüßen. Sein Besuch bot den Lernenden einen praxisnahen Zugang zu Inhalten, die zuvor überwiegend theoretisch erarbeitet worden waren.
Technik erleben: Von Galilei-Systemen bis zu digitalen Assistenzbrillen
Im Mittelpunkt standen Galilei-Fernrohrsysteme, die sowohl in der Ferne als auch in der Nähe eingesetzt werden können und Menschen mit Sehbeeinträchtigungen eine deutliche Unterstützung bieten. Darüber hinaus finden sie auch im medizinischen Bereich Anwendung, etwa bei Operationen oder präzisen handwerklichen Tätigkeiten.
Für die Lernenden besonders wertvoll war die Möglichkeit, alle Systeme selbst auszuprobieren. Dadurch konnten sie die im Unterricht behandelten optischen Prinzipien unmittelbar erleben und ein deutliches Verständnis dafür entwickeln, wie Vergrößerung in der Praxis wirkt. Ein besonderes Highlight war die Vorstellung der neuesten Meta-Brille, eines digitalen Assistenzsystems, das eindrucksvoll zeigt, wie weit die technologische Entwicklung im Bereich der Low-Vision-Unterstützung bereits fortgeschritten ist.
Handwerkliche Präzision und individuelle Lösungen: Einblick in die Firma Solira
Im Anschluss gab Herr Schwolow einen Einblick in seine Firma Solira, die sich auf optische Sonderanfertigungen spezialisiert hat. Dabei wurde deutlich, dass handwerkliche Expertise dort beginnt, wo industrielle Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen.
Besonders beeindruckend war die theoretische Darstellung eines Gleitsichtglases mit 5-facher Addition – eine Versorgung, die aufgrund der extremen Flächensteigungen und der notwendigen Abbildungsoptimierung als nahezu unmöglich galt. Durch eine hochkomplexe Gestaltung der Vorder- und Rückfläche konnte einem aphaken Kunden dennoch zu einem überzeugenden visuellen Ergebnis verholfen werden. Dieses Beispiel verdeutlichte eindrucksvoll, wie individuell und technisch anspruchsvoll moderne Augenoptik sein kann.
Fazit
Der Besuch von André Schwolow hat den Lernenden ermöglicht, die im Unterricht behandelten Systeme der vergrößernden Sehhilfen nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern auch praktisch zu erleben. Dadurch konnten sie einen deutlich stärkeren Bezug zur realen Versorgungssituation herstellen und ihr Verständnis für Low-Vision-Lösungen nachhaltig vertiefen.
Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Schwolow für den inspirierenden und lehrreichen Nachmittag sowie für die Zeit, die er sich für die Fragen der Klasse genommen hat.
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