| Aktivitäten Projekte |
Sezieren der Schweineaugen …mit gemischten Gefühlen, sahen wir den Augen entgegen… |
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Mit einer Tüte voller Schweineaugen betrat Frau Bergholz das Klassenzimmer. Sofort zeigte sich in den Gesichtern der Schüler Neugier, Ekel, Vorfreude oder zum Teil blankes Entsetzen. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hatte, konnten die Arbeitsmaterialien ausgeteilt werden. Dazu gehörten: eine Unterlage, das Sezierbesteck und das langersehnte Schweineauge. Vorsichtig, aber neugierig tasteten wir uns an den Bulbus oculi heran.
Zuerst entfernten wir das restliche Fett- und Muskelgewebe, sowie die Bindehaut. Dabei durfte man nicht zu zaghaft sein: „Wendet da ruhig ein bisschen Gewalt an!“, meinte Frau Bergholz. Man merkte, wie die Hornhaut zunehmend trockener wurde, und das Auge an der Hand, durch die fehlende Feuchtigkeit, zu kleben begann. Dann tasteten wir uns langsam zur Papille vor. Dazu schnitten wir scheibenweise den Sehnerv ab, bis es tief schwarz wurde. Hielt man das Auge gegen das Licht, sah man dieses durch die Cornea, die Pupilae, die Lens cristallina, und den Corpus vitreum schimmern.
Mit einem kreisrunden Schnitt entfernten wir die Hornhaut entlang des Limbus, mit dem Skalpell. Dabei gelangten wir in die vordere Augenkammer, und Kammerwasser trat aus, bzw. bei einigen spritzte es mit leichtem Druck heraus. Durch Abtrennen der Hornhaut, senkten wir den Augeninnendruck, wodurch der Bulbus oculi instabil wurde. War der Schnitt zu tief, fiel das Auge in sich zusammen, und der Glaskörper wurde zerstört. Er lief geleeartig heraus. Nun konnten wir die herausgeschnittene Cornea auf unseren Zeigefinger legen, und bekamen ein Gefühl dafür, wie weich diese ist. Sie ist vergleichbar mit einer weichen Kontaktlinse. Als nächstes wagten wir uns an die Linse heran. Wir drückten sie vorsichtig aus dem Bulbus oculi heraus, und konnten bei einer unbeschädigten Linse feststellen, wie elastisch sie ist. Beim Fallenlassen auf den Tisch, hüpfte sie leicht. Wir konnten deutlich die Zonulafasern erkennen, die die Linse in ihrer Position halten. Dann nahmen wir die Lens cristallina zwischen Zeigefinger und Daumen, um diese zu zerdrücken. Man hörte sie leise platzen. Die anfänglichen Zweifel, bei den Schülern, ein Schweineauge zu sezieren, hatten sich dann ziemlich schnell gelegt, nachdem die Berührungsängste durch geduldiges und genaues Erklären, von Frau Bergholz, verschwanden. Claudia Burmeister |
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