Kursfahrt an einen Ort des Grauens – Auschwitz
35 Abiturienten des OSZ Havelland besuchten Anfang Januar die Gedenkstätte Auschwitz in Polen
Das neue Jahr begann für 35 Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrganges mit einer dreitägigen Kursfahrt nach Polen.
Die Abiturienten lernten zunächst das schöne mittelalterliche Krakau mit seinem Wawelschloss und der beeindruckenden Altstadt kennen und erkundeten das Leben der Universitätsstadt, die ca. 250.000 Studenten zählt, auf eigene Faust.
Die Gedenkstätte Auschwitz jedoch war das eigentliche Ziel der Fahrt. Auschwitz – das ist der deutsche Name für die polnische Kleinstadt Oswiecim in Südpolen, das ist die Bezeichnung für einen während der nationalsozialistischen Besatzung (1940-45) errichteten Konzentrationslagerkomplex, bestehend aus 3 Haupt- und zahlreichen Nebenlagern. Auschwitz – das ist ein Ort des Grauens, an dem zwischen 1,1 – 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden.
Der Eingang in die Gedenkstätte führte die Schülerinnen und Schüler durch ein Tor mit dem für die deutschen Konzentrationslager bekannten Schriftzug „Arbeit macht frei“.
Die von den Nationalsozialisten als „Blöcke“ bezeichneten roten Backsteingebäude sind äußerlich im Originalzustand erhalten. Im Inneren ist der Terror gegenüber den sogenannten Feinden Hitlerdeutschlands –insbesondere Juden, Sinti und Roma und Zeugen Jehovas, Männern, Frauen, Kindern dokumentiert. Zahlreiche Fotografien, die größtenteils aus dem Nachlass der im Lager beschäftigten Aufseher stammten, Namenslisten und ein Modellbau der Todesmaschinerie erschütterten, noch viel mehr jedoch das Persönliche, was Abertausende im Lager hinterließen – Koffer mit Namen, Kleider, Schuhe, Brillen und Berge von Haaren, die zur Herstellung von Decken genutzt wurden. Die Besichtigung der Todeswand, von Krematorium und Gaskammer verstärkten dieses Gefühl. Und dann steht nur wenige Meter vom Lager entfernt das als Wohnhaus von Rudolf Höß, dem Lagerkommandanten, genutzte Gebäude. Hier verbrachte er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern mehrere Jahre in „Frieden“. Das übersteigt das Vorstellungsvermögen der Besucher. Insofern ist es erklärlich, dass die Vollstreckung des Todesurteils, welches in Nürnberg gesprochen wurde, genau hier, in Auschwitz erfolgte und der Galgen noch heute steht.
Der Ort der Massenvernichtung jedoch liegt 3 km entfernt vom Stammlager. 1942 nimmt das durch Heinrich Himmlers Anordnung zur Vergrößerung des Lagers Auschwitz errichtete Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau seine Arbeit auf. Wenn die Schülerinnen und Schüler im Spielberg-Film „Schindlers Liste“ die zahlreichen Menschen sehen, die an der „Rampe“ selektiert werden, erkennen sie nun den Ort in Auschwitz-Birkenau wieder. Hier sind sie als Besucher an den Schienen entlanggegangen, auf denen hunderttausende von Menschen mit dem „letzten Zug“ einrollten, und besichtigten eine von den Häftlingen selbst errichtete Baracke.
Von den Krematorien und unterirdischen Gaskammern sind nach der von Himmler im November 1944 angeordneten Zerstörung zur Vertuschung des Massenmordes nur noch schneebedeckte Trümmerhaufen zu erkennen.
Den Schülerinnen und Schülern ist es, als sie nach 3 Exkursionsstunden bei Temperaturen knapp über Null Grad Celsius, an den Gedenktafeln ganz am Ende des Lagerkomplexes ankommen, kalt geworden, die meisten haben nasse Füße und werden sich um so mehr der unmenschlichen Bedingungen der Auschwitzhäftlinge bewusst. Interessiert betrachten Sie schließlich die Mahnung der zahlreichen Steintafeln in 20 verschiedenen Sprachen und sind sich einig, dass ein solches Verbrechen, für das sie zwar selbst keine Verantwortung tragen, auch in ihrer und den nachfolgenden Generationen in Erinnerung gehalten werden muss.
Für die sehr gute Organisation der Kursfahrt bedanken sich die Schülerinnen, Schüler und Lehrer des OSZ Havelland bei der Schülerreisedienst GmbH und den Busfahrern der Beelitzer Verkehrsgesellschaft.
A.F.
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