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Jenafahrt 2010 - Ein Einblick in die Entstehungszeit der Augenoptik

   

Wir, die Klassen AUO08b und VMB 08a, sollten am Dienstag den 15. Juni 2010 ein neues Stück Geschichte in der Tradition des OSZ-Havelland schreiben, denn zu diesem Zeitpunkt begann unsere Bildungsreise, erstmals über 3 Tage, ins schöne Thüringen.

Nach etwas mehr als 4 Stunden, eher weniger bequemer Busfahrt, erreichten wir die Studentenstadt Jena und starteten gleich unsere Besichtigung der Fachhochschule mit demBereich der Optik.
Nach einer kurzen Einführung und Information über Studienmöglichkeiten in diesem Fachbereich, sowie einem Erfahrungsbericht über das Studentenleben in Jena, war dank der Bilder aus der Präsentation und des begeisterten Professors Michael Gebhardt unser Interesse für die Laborräume geweckt.

Somit begaben wir uns auf den Weg in den Keller, um uns von den viel beschriebenen technischen Möglichkeiten in den Laboren zu überzeugen. Wir wurden auch gleich als „Versuchskaninchen“ eingespannt, um verschiedene Aufnahme- bzw. Messvarianten kennen lernen zu können.
Ob Gesichtsfeldbestimmung, Refraktionen oder Betrachtung des Auges in hoher Vergrößerung war durch Studenten und Dozenten gut veranschaulicht worden.

Für die Studieninteressierten unter uns, wird die Wahl der richtigen Fachhochschule nicht einfach. Kaum im Hotel angekommen, nahmen wir das Abendessen zu uns und machten uns dann um 17:45 auf dem Weg ins Planetarium. Nach einem längeren aber schönen Spaziergang durch den Park von Jena, sind wir alle gesund und munter und mit großer Vorfreude, was uns jetzt wohl erwarten wird, am Planetarium angekommen.

„Queen Heaven“ im Zeiss- Planetarium. „The Show must go on“
Wir nahmen Platz und es wurde nach einer kurzen Einleitung langsam immer Dunkler. Über unseren Köpfen erschienen die ersten Bilder und Lichteffekte an der riesigen Kuppelfläche. Das von uns gewählte Programm „Queen Heaven“ war nicht wie erwartet nur eine Lasershow sondern war es vielmehr eine musikalische Darbietung der Bandgeschichte von Queen. Die Show war eine Auferstehung der Künstler, wo sich nicht nur die Aura der Band sondern auch die Kreativität der Texte und die gewaltige Power ihrer Konzerte widerspiegelten.

Unterlegt war dieses Programm sowohl mit Licht- und Lasereffekten, als auch mit den bekanntesten Musikstücken der Rocklegenden. Bekannte Stücke wie „We will Rock you“, „Radio Gaga“ oder „We are the Champions“  animierten manch einen zum mitsingen. Nach ca. 70 Minuten war die spektakuläre Show schon am Ende angekommen.
Völlig fasziniert und mitgerissen von der Show verließen wir den Saal. Bei anschießenden Gesprächen in der Gruppe konnte man feststellen, dass sie jeden erreicht hat. Ein unvergessliches Erlebnis für jedermann.
Die entspannte Atmosphäre wurde durch viele bekannte Songs mit passender Lichtshow zum mitreißenden Discofeeling, welches das selbst gewählte Abendprogramm einleitete.

Am Tag zwei folgten Ausflüge nach Erfurt und Weimar inklusive Stadtbesichtigung, Literaturausflug in die Weimarer Klassik und der Blick in einen dunklen Teil unserer Geschichte mit dem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald.
Am Vormittag erreichten wir, nach einer einstündigen Busfahrt, die Stadt Erfurt. Wir machten uns direkt auf den Weg zur Nostalgischen Straßenbahn, mit der wir eine Rundfahrt durch Erfurt unternahmen. Dabei wurden wir von einer erfahrenen Erfurterin mit den Sehenswürdigkeiten und der damit verbundenen Geschichte Erfurts vertraut gemacht.

Weiterhin präsentierte sie uns die sehenswerte Architektur des Stadtbilds und informierte uns über Sport und Kultur. Nach einer 90 minütigen Fahrt, in der wir Erfurt von verschiedenen Seiten kennen gelernt haben, besuchten wir, als unseren letzten Kulturpunkt, die Krämerbrücke. Wir platzierten uns in der Mitte der Brücke wo uns erklärt wurde das die Krämerbrücke eigentlich keine richtige Brücke war, sondern eine kleine Gasse die jeweils auf beiden Seiten bebaut ist mit sehr schmalen Häusern, die hier keine Seltenheit sind. Im unteren Teil der Häuser befinden sich viele kleine Kramläden, das war auch schon früher so. Daher der Name „Krämerbrücke“. Die Krämerbrücke ist nur für Fußgänger und Fahrradfahrer zu erkunden und hat eine Gesamtlänge von 125 m. Nun wagten wir auch einen Blick unter die Brücke und waren sehr erstaunt als wir sahen, dass unter den vier Brückenbögen doch noch Wasser hindurchfließt.

Danach hatten wir 2 Stunden Zeit zur freien Verfügung. Einige nutzten diese um ausgiebig zu shoppen, andere gingen ein Eis essen und manche besuchten weitere Kulturhöhepunkte. Das Wetter hat super mitgespielt und optimale Stimmung verbreitet. So gestaltete jeder individuell seinen Aufenthalt in der Landeshauptstadt Thüringens und genoss die schöne Zeit.
Am frühen Nachmittag sammelten wir uns alle am zentralen Domplatz, um die Weiterfahrt nach Weimar anzutreten.

Speziell die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald.
Dort konnten wir uns ein Bild über die grausigen Taten des NS- Regimes während des zweiten Weltkrieges machen.
In einem Kurzfilm wurde uns etwas über den Aufbau des Lagers im Jahre 1937, über die ersten Häftlinge bis hin zur Befreiung des Lagers durch die US-Armee im April 1945 gezeigt. Danach erkundeten wir das Gelände. Im Krematorium wurde uns durch Bilder gezeigt was mit den Häftlingen noch Lebend oder Tot angestellt wurde. Großes Schweigen gab es auch beim Anblick der Verbrennungsöfen, der Genickschussanlage und den Gedenktafeln der Verstorbenen.

In dem Ehemaligen Kammergebäude wurde auf  3 Etagen ein Museum errichtet, in dem Zahlreiche Fotografien, Gebrauchsgegenstände der Häftlinge, Listen der SS und vieles mehr ausgestellt sind. Auf dem Gelände des Lagers sind heute nur noch die Umrisse der Lagergebäude zu sehen.
Sie wurden auf Beschluss der SED Ende 1950 demontiert und sind durch Grenzsteine mit der jeweiligen Blocknummer gekennzeichnet.
Leider fehlte uns die Zeit um auch noch das Mahnmal am Südhang des Ettersberges zu besichtigen, denn nach 90 min endete unser Aufenthalt und es ging mit dem Bus zurück nach Jena.
Im Anschluss konnten wir dank einer Unpässlichkeit noch das wirklich modern gebaute Krankenhaus von Weimar kennen lernen.

Am letzten Tag der Jena – Klassenfahrt ging es in das Optische Museum in Jena.
Die Führung konnte lebhaft verdeutlichen unter welchen Umständen damals gearbeitet wurde und wie weit sich die Technik bis heute verbessert hat.
Der Abreisetag erbrachte uns noch Einblicke in das Optische- und das Schottmuseum von Jena. Leider verkürzte sich der Aufenthalt im Schottmuseum, durch die technischen Ausfälle. Dadurch hatten wir jedoch mehr Zeit uns im optischen Museum über die Entwicklungsgeschichte der Brillenmode und Messgeräte zu informieren. Diese begann mit einer Einführung in die Geschichte des Museums. Es wurde 1922 von der Carl Zeiss Stiftung gegründet um Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Optischen Geräte und deren Entwicklung zu erlauben.

Erschreckend jedoch war der Einblick in die nachgestellte Zeiss-Werkstatt, besonders im Bezug auf die Lichtverhältnisse bei der Arbeit. Für uns wären das heute unvorstellbare Arbeitsbedingungen. Zu sehen waren alle Arbeitsschritte der Mikroskopherstellung, beginnend beim Schleifen der Linsenrohlinge und das Polieren der hochwertigen Linsen per Hand.
Viele Fortschritte waren das Ergebnis von Versuchen und Fehlschlägen.
Nach dem Vortrag wurde uns freie Zeit im Museum zur Verfügung gestellt in welcher wir die 3 Etagen des Museums je nach Interesse besuchen konnten.
Themen dieser Schaubereiche waren:

Im Untergeschoss : die oben genannte Zeisswerkstatt , eine Hologrammsammlung und eine Themendarstellung zu „Farben“

Im Erdgeschoss : Geschichte der Sehhilfen , die Entwicklung der Mikroskopie , Fernrohre , Fotoapparate , Vorgänger der Fotografie , Augenheilkunde , Ernst Abbe und Otto Schott

Obergeschoss : der Museumseigene Hörsaal und Planetariumstechnik

Ein weiterer Höhepunkt war das Selbststudium mit den vereinfachten Refraktionseinheiten, welches uns einen Einblick in unser weiteres Berufsleben ermöglichte.

Drei lehrreiche Tage endeten nun mit der Heimfahrt in unseren geliebten Berufsschulort Rathenow.
Einen besonderen Dank möchten wir an unsere Klassenleiterin Frau Brandstäter richten, die trotz unserer Unstimmigkeiten und Nörgeleien nie die Motivation verlor uns eine schöne Bildungsreise zu bereiten.

AUO 08b
Auszubildende

Gina Bärfelde und Daniela Koll