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Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Am 23.2.2010 besuchte die Klasse KIE 08a die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, ein ehemaliges Gefängnis der Staatssicherheit der DDR. Was mit Menschen passierte, die Opfer der Staatssicherheit wurden, zeigt das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Dort im Gefängnis Hohenschönhausen wurde physische Folter als Methode der Geständniserpressung benutzt. Im Keller befanden sich bereits bunkerartige Zellen ohne Fenster sowie Kammern mit Folterinstrumenten. Die Stasi erweiterte das Arsenal durch zwei Dunkelzellen, deren Wände mit aufgeschnittenen Autoreifen tapeziert waren. Damit wollte sie verhindern, dass sich verzweifelte Häftlinge den Kopf an den Mauern einrannten, um sich das Leben zu nehmen. Diese Methode wurde aber nach Stalins Tod  1953 abgeschafft. Man ging allmählich von direkten, körperlichen Folterungen über zur psychologischen Zermürbung der Häftlinge durch perfekte Isolation, Ungewissheit und Desorientierung. Viele Gefangene wussten während ihrer Inhaftierung nicht, dass sie sich in Berlin befanden.

Technische Vorrichtungen verhinderten, dass sich Gefangene auf dem Gang oder in anderen Bereichen zufällig begegnen konnten. So war es möglich, mehrere gemeinsame Tatverdächtige ( u.a. auch Ehepaare) in der gleichen Anstalt unterzubringen, ohne dass ein Gefangener von der Anwesenheit des anderen Gefangenen in der gleichen Anstalt wusste.

Aufbau des Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

Auf dem Gelände einer ehemaligen Großküche im Nordosten Berlins wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein sowjetisches Speziallager errichtet. Nach der Schließung des Lagers im Oktober 1946 entstand im Keller des Gebäudes das zentrale sowjetische Untersuchungsgefängnis für Ostdeutschland.
1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) das Gefängnis, erweiterte es 1961 durch einen Neubau und nutzte es bis 1989 als zentrale Untersuchungsanstalt. Tausende politisch Verfolgte waren an diesem Ort inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen.
Die Untersuchungsanstalt befand sich in einem militärischen Sperrbezirk, der von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen war. In dem Gebiet, das auf keinem Ostberliner Stadtplan eingezeichnet war, residierten noch weitere Diensteinheiten des MfS: der Operativ-technische Sektor (OTS), der u.a. für den Bau von Abhöranlagen zuständig war, die Hauptabteilung IX/11 mit ihrem geheimen NS-Archiv sowie ein Teil des Spionageapparates der Hauptverwaltung A (HVA).
Unmittelbar neben Gefängnis befand sich bis 1974 das Arbeitslager, in dem bereits verurteilte Strafgefangene für den Staatssicherheitsdienst Zwangsarbeit leisten mussten.

Der Zeitzeuge Wolfgang Warnke
Wolfgang Warnke wurde vorgeworfen, bei Fluchthilfen mitgewirkt zu haben. Er wurde zu einem Jahr und sechs Monaten verurteilt und verbüßte die Strafe.
Wolfgang Warnke, ein ehemaliger Häftling, führte uns durch die Gedenkstätte. Der alte Teil des Gefängnisses wurde von den Gefangenen als U-Boot bezeichnet, da die Zellen sehr klein waren, keine Fenster hatten und es immer wieder zu Wassereinbrüchen kam. Die Gruppenzellen waren sehr unmenschlich, weil in einer engen Zelle 8-12 Menschen auf engstem Raum leben mussten. Er zeigte uns auch die Stehzellen. In einer derartigen Zelle musste man unfreiwillig stehen, da sie nur 0,60 m breit und 1,70 m hoch waren. Wenn man größer war, musste man gebückt stehen, was einer Folter gleich kam.
Eine andere Foltermethode war die sogenannte Wasserfolter. Ein Wassertropfen tropfte die ganze Zeit auf eine sehr empfindliche Stelle am Kopf (Fontanelle), so dass man dadurch zermürbt wurde.
Wolfgang Warnke zeigte uns auch seine Zelle und berichtete über seinen Haftalltag. Schon beim Transport ins Gefängnis wurde darauf geachtet, dass er nicht wusste, wo er war. Man fuhr ihn stundenlang durch die Gegend, so dass er die Orientierung verlor.
Im Gefängnis wurden ihm die Haare gekürzt und Häftlingskleidung verabreicht. Es bestand kein Kontakt zur Außenwelt. Auch innerhalb des Gefängnis wurde streng darauf geachtet, dass die Gefangenen keinen Kontakt untereinander hatten.
Am Schluss zeigte uns Herr Warnke den „Tigerkäfig“. Eine Art Gefängnishof für den Freigang. In dieser kleinen Außenzelle konnte man seine Pausen an der frischen Luft verbringen, wie ein Tiger im Käfig.

(In Anlehnung an den Exkursionsbericht von Sabrina Eisenblatter, KIE 08a)