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Schlechte Karten für „Blütenzüchter“

Eine Exkursion der Schüler des beruflichen Gymnasiums vom Oberstufenzentrum Havelland am 19.01.2010

Luxus, Prestige und Komfort – der Reichtum schnuppert verführerisch. Das Privileg des großen Geldes kommt jedoch nicht von allein. Vielmehr sind Mühe, Arbeit und vielleicht auch eine Portion Glück gefragt, um den eigenen Geldbeutel auf Vordermann zu bringen.
Was aber tun, wenn es in den Fingern juckt, aber keine Geldquelle in Sicht ist?

Als vermeintliche Lösung verlor sich schon so manch Einer in der kriminellen „Blütenzucht“ – dem Geldfälschen.

Das Falschgeld nicht nur der Wirtschaft enormen Schaden zufügt, sondern auch auf deren Verwender horrende Strafen warten, darüber klärte uns, Schüler der Jahrgangsstufe 13 des Grundkurses Rechnungswesen unter der Leitung von Frau Lehmann, Herr H., ein Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank in Berlin, auf.

Als Teil der Europäischen Zentralbank sieht die Deutsche Bundesbank ihre Bestimmung darin, zur Stabilität des Euros beizutragen. Druckfrisch und noch völlig unberührt wird Deutschland aus den Bundesbank-Filialen mit Euro-Bargeld versorgt. Nicht nur die Pflege des Bargeld-Umlaufs, auch die Falschgeldkontrolle gehört zum täglichen Geschäft.

Obwohl schon einige Bastler meinten, die Copyright-geschützte Geldnote  mittels geschickter Fingerkunst nachahmen zu können, schafft es nahezu keine Banknote, den maschinellen Kontrollen der Bundesbank zu entgehen. Der Mensch ist da leichtsinniger: Obwohl der Besitz von Falschgeld, ganz egal ob bewusst oder unbewusst, strafbar ist, kontrolliert selten jemand, ob sich die gefährlichen „Blüten“ im eigenen Geldbeutel befinden. Hier kommt die Bundesbank erneut ins Spiel: Bei unserem gut zweistündigen Besuch wurden wir in die hohe Kunst des Falschgeldprüfens eingewiesen.

„Fühlen-Sehen-Kippen“ lautete die einprägsame Devise, die das Prüfen mehrerer Merkmale beinhaltet. Wer hätte gedacht, dass unsere Geldnoten durch das Bestehen aus reiner Baumwolle zu ihrer griffig festen Konsistenz kommen? Das spürbare Relief, welches Hauptmotiv, Schrift und Wertzahlen zieren, ist den meisten wohl ebenso bekannt, wie das unverwechselbare Wasserzeichen. Professionelle Fälscher können diese Merkmale jedoch so gut nachahmen, dass der Blick darauf längst nicht mehr der einzige bleiben sollte.

Der in das Banknotenpapier eingebettete Sicherheitsfaden, erscheint beim Halten gegen das Licht als dunkler Streifen mit der Wertzahl des Scheines. Die Hologrammelemente, die ab einem Wert von 50 Euro auftauchen, sind für Fälscher eine beschwerliche Barriere.

Wer in Zukunft vor falschen Noten gefeit sein möchte, der hat die Möglichkeit einer Teilnahme an einer Falschgeldschulung bei der Deutschen Bundesbank. Bei diesem Besuch nicht die alte D-Mark und abgewetztes Geld vergessen – der Umtausch kann hier gleich miterledigt werden.

Katja Casper; Jahrgangsstufe 13 des beruflichen Gymnasiums am OSZ Havelland