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Sezieren des Bulbus oculi

Am 09.06.2009 war es für unsere Klasse AuO 08a endlich soweit. Das bereits in der ersten AuS-Stunde angekündigte Sezieren des Bulbus oculi stand auf dem Stundenplan. Mit gemischten Gefühlen haben wir dieser Stunde entgegengesehen. Ausgerüstet mit einer Rasierklinge oder einem Skalpell, medizinischen Handschuhen und einer Unterlage betraten wir den Raum. Schon jetzt reichten die Aussagen von: „Das lass ich mir nicht entgehen!“ bis „Nee vergiss es, so ein Ding fass ich nicht an.“

Beim Austeilen der Schweineaugen kam öfter ein „Boah, widerlich“ oder „Ihhh, da hängt ja noch was dran“. Allerdings machten wir jetzt schon Fotos (Was man mit Schweineaugen nicht alles machen kann!) und überstiegen dabei schon die Ekelgrenze von Einigen.

Der erste Schritt was das Entfernen der Bindehaut, wenn noch vorhanden, der Augenmuskeln und des restlichen Fettgewebes. Dabei fühlten wir uns schon wie „Köche“ die Sehnen aus dem Fleisch entfernen. Nach einigen Minuten hatten wir auch den Sehnerv freigelegt und wir konnten nun den Augapfel gut mit den schematischen Zeichnungen vergleichen. Der Sehnerv wurde nun bis zur Papille gekürzt und wir konnten unter einem bestimmten Winkel durch den Bulbus Licht erkennen, was am „Aufleuchten“ der Pupille erkennbar war. Nun trennten wir die Hornhaut am Limbus corneae vom geschlossenen System, die mit 0,8mm Randdicke erstaunlich dick war. Erschrockene Ausrufe, trotz Vorwarnung, waren zu hören, als das Kammerwasser aus der vorderen Augenkammer spritzte. (Einige hatten die Handschuhe mittlerweile ausgezogen und Andere, denen es doch unangenehm war, hatten welche angezogen) Mit leichtem Druck auf den Bulbus konnte man nun die Augenlinse heraus drücken. Dieser Anblick löste bei einigen Lachanfälle aus. Wir drückten die Linse heraus und prüften ihre Elastizität, indem wir sie auf die Tischplatte fallen ließen und sie wieder hoch sprang. An manchen Linsen hingen noch Reste der Iris und der Zonulafasern, andere Linsen haben es gar nicht vollständig aus dem Bulbus geschafft und sind bereits vorher kaputt gegangen. Der Ekelfaktor stieg weiter, als beim Herausdrücken der Linse auch Teile des Glaskörpers herauskamen. Frau Bergholz bemerkte dazu nur: „Das stecken wir jetzt mal wieder rein.“ Und tat es auch prompt. Dann zerdrückten wir die Linse um an den Linsenkern zu gelangen. Alle waren erstaunt über die Größe und Festigkeit der Linse.

Mit einem Kreuzschnitt von vorn in den Augapfel erreichten wir, dass wir nun den mittlerweile ausgehöhlten Augapfel umkrempeln konnten. Die restliche gallertartige Masse floss uns nun über die Finger. Die Konsistenz erinnert mich ein wenig an Orangengelee. Jetzt sahen wir die Netzhaut mit der Netzhautarterie und - vene, diese trennten wir leicht von der Aderhaut, dann hing sie nur noch an der Papille fest (siehe Foto). Man konnte den Irisansatz nun von innen betrachten und erahnen wo der Ziliarkörper sitzt. Die Chorioidea war durch ihre starke Pigmentierung komplett schwarz, was sich im Nachhinein auch an unseren Fingern wiederspiegelte. Der Geruch wurde langsam übermächtig und die Augen waren komplett in ihre Bestandteile zerlegt.

Wir hatten ganz eigene „Einblicke“ in den Augapfel gewonnen und „so schlimm war es eigentlich gar nicht“ wurde von machen bemerkt. Die ganze Sache komplett unblutig, auch wenn wir uns teilweise wie Gerichtsmediziner gefühlt und aufgeführt haben.

Anja Seeger, Stefanie Müller
Augenoptiker 1. Ausbildungsjahr (AUO 8a)

(Hinweis: Die Bilder stammen von der Veranstaltung allerdings war bei der Kamera ein falsches Datum eingestellt)