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Besichtigung des Leuchtturmes in Warnemünde

Am 23. Juni 2009 besichtigten wir Augenoptikerklasse AUO 08b des OSZ Havelland aus Rathenow den Leuchtturm Warnemünde. Die Besichtigung der Leuchtfeuertechnik dieses Leuchtturms verdanken wir dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Nach dreistündiger Fahrt kamen wir in Warnemünde an, wo wir mit Wind und viel Sonnenschein begrüßt wurden.

In einzelnen Gruppen wurden wir bis zur Turmspitze des Leuchtturmes hinauf geführt. Dort hörten wir interessante Erläuterungen zum Leuchtturm und dessen optischen Systems durch Herrn Merkel aus Rathenow, Stellvertretender Vorsitzender des Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der Optischen Traditionen in Rathenow und Herrn Koch vom Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Der Leuchtturm Warnemünde wurde 1898 in Betrieb genommen. In den vergangenen 111 Jahren blieb das optische System unverändert in Funktion und Dauerbetrieb für die Schifffahrt. Die feststehende Ringlinse besitzt 17 Diopter (strahlenbrechende Linsenkörper) mit 15 Katerdioptern oben und 5 Katerdiopter unten und wird von einer Zylinderlinse zur Lichtblitzerzeugung umlaufen. Die Gesamthöhe des optischen Systems von 205 cm und einem Ringdurchmesser von 140 cm versetzte uns Auszubildende in Staunen.

Allein die großen Prismenringe über und unter der Ringlinse mussten 1 Jahr lang poliert werden. Die notwendige Präzisionsarbeit dieses Linsensystems erfolgte durch die Rathenower Optische Industrieanstalt Gebrüder Pich & Co. 1865 gegründete Firma stellte diese komplizierte Optik her. Doch nicht nur die Herstellung, auch der Transport der großen, empfindlichen optischen Elemente erfolgte nicht ohne Mühe und problemlos.

Die Rathenower Firma hat fast 100 Leuchttürme und Hafenleuchten an wichtigen Hafeneinfahrten und Orientierungspunkten für die Schifffahrt mit großen optischen Linsen ausgerüstet. Das System, nach dem die Linsen hergestellt wurden, verdanken wir der Fresneloptik. Der französische Physiker Augustin Jean Fresnel hat wesentlich zur Entwicklung von Stufenlinsen beigetragen. Die Fresnelsche Stufenlinse ist  aus einzelnen Prismen zusammengesetzt und wirkt wie eine Volllinse. Aber durch das Gewicht verkürzt sich der Weg des Lichtes durch den Glaskörper und somit entsteht weniger Lichtverlust. 1820 konstruierte Fresnel ein spezielles Linsensystem für Leuchtfeuer, das auch nach seinem Tod 1827 weiter als Grundlage der Leuchtfeuertechnik diente.
Mit der Besichtigung des Leuchtturms und dessen Optik erfuhren wir wieder einmal mehr über die Produktion aus der Stadt der Optik RATHENOW.
Wenn Sie liebe Leser mehr über diese Leuchtfeuertechnik erfahren möchten dann besuchen sie das Rathenower Optik- Industriemuseum und den Optikpark.

Ein großes Dankeschön an unsere engagierte Klassenlehrerin Frau Brandstäter, an Herrn Koch  und an Herrn Merkel für seine ausführlichen Informationen und sein Engagement. Nicht vergessen möchten wir unseren Busfahrer vom Busunternehmen Erdmanns Reisedienst.

Auszubildende AUO 08b
OSZ Havelland Schulteil Rathenow

Fachbereich Optik

 

Gruppenfoto
Auf der Spitze des Leuchtturmes
Azubis bei der Besichtigung
Azubi in der Leuchttechnik
Zuhören und Bestaunen
Beim Hinabsteigen aus der Kuppel
Das Neptunhotel vom Leuchtturm aus
Der Leuchtturm, der heute in Rathenow steht, hatte einst hier seinen alten Standort