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Kursfahrt nach Prag

Die geplante Kursfahrt des Jahrgangs 13 (43 Teilnehmer) vom 22.9. bis 26.9.08 nach Prag diente vor allem

1.) des Kennenlernens einer der bedeutendsten Städte Europas,
2.)
des Bewusstwerdens der Naziverbrechen und
3.) der Erholung und der Freude.

Zu 1.)  Wie aus der Reisebeschreibung zu entnehmen ist, wurde den Teilnehmern ein vielseitiges Programm geboten, das in jeder Hinsicht unterrichtsbezogene Schwerpunkte setzte. Es sind viele architektonische, literarische und kulturelle Bezüge zum Nachbarland und Mitgliedsstaat der EU herzustellen. Die Stadtführung wies auf diese Schwerpunkte hin, wobei die Besichtigung des jüdischen Viertels im Zusammenhang mit dem Leben und Wirkens Franz Kafkas im Nachhinein Auswirkungen auf die Fächer Geschichte und Literatur hat.

Zu 2.)  Der dritte Tag stand ganz unter dem Einfluss des Ausfluges nach Theresienstadt, in das ehemalige KZ der Nazis auf tschechischem Boden. Da für alle Teilnehmer solch ein KZ noch unbekannt war, weil es eine Stadt bzw. ein Ghetto ist, konnten die Teilnehmer Rückschlüsse auf die Verbrechen der Nazis an unserem Nachbarvolk konkret herstellen. Entsprechende Führungen und Besichtigungen können zwar nur z. T. ein Bild vermitteln, so dass die Vertiefung im Deutsch- und Geschichtsunterricht erfolgen wird. Die Unterrichtsvorhaben über die Deutsche Literatur und Geschichte von 1933 bis 1945 in Klasse 11 und 12 haben bereits die Probleme angesprochen und diskutiert. Dazu wurden Romane, Erzählungen und Gedichte genutzt. Vor allem stand immer wieder im Mittelpunkt die Vermittlung der Verantwortung des Menschen in der Gesellschaft in Geschichte und Gegenwart, so dass die typischen Ideale eines Menschen (Humanität, Vernunft und Toleranz) stets präsent sind. Da die Teilnehmer aus Deutsch- und Geschichtskursen stammen, sind diese Eindrücke der Prag-Reise stets wirksam. Die Fahrt nach Lidice, einem grausamen Beispiel faschistischer Unmenschlichkeit, wird deshalb ihre Wirkung nicht verfehlen. Somit trug dieser dritte Tag auch dazu bei, rechtsradikale Tendenzen und neofaschistisches Auftreten zu erkennen und zu verurteilen und um dagegen bewusst aufzutreten.

Zu 3.)   Der 4. Tag führte uns nach Pilsen. Die Schüler freuten sich eine so bekannte Stadt kennenzulernen und natürlich einen weltbekannten Betrieb zu besichtigen. Da die Teilnehmer auch z. T. Wirtschaftinformatik belegen, haben ihnen die Ausführungen und die Fragen dazu  sicher geholfen, wirtschaftliche Prozesse besser zu verstehen, da dieses Werk schon immer international bekannt ist und heute im Rahmen der EU einen noch bedeutenderen Beitrag für die Wirtschaft der CSR leistet. Nicht zuletzt erfuhren die Schüler, dass die Herstellung von Bier ein komplizierter und beachtenswerter Vorgang ist, der mit einer Verkostung- und das ist auch schon ein Erlebnis abgerundet wurde. Den Teilnehmern blieb im Übrigen viel Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, was auch ausgiebig genutzt wurde. Allen hat die Fahrt gefallen.

Dr. Rüdiger Held (Lehrer für DEU/GE) – Berufliches Gymnasium Nauen am OSZ Havelland