Unterrichtsarbeitstag in der „Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewalt“ in Potsdam
Unser zweiter Arbeitstag außerhalb der Schule im Rahmen der Beschäftigung mit dem Modul 17: “Gesellschaftliche Umbrüche in Deutschland nach 1945 verstehen“, führte uns ,die Klassen FOS 07 und FOS 08 Technik des OSZ Havelland, nach Potsdam in das ehemalige Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes nach Potsdam in die Lindenstraße.
Vor Ort angekommen, wurden wir von Frau Eich, der zuständigen Gedenkstättenlehrerin, begrüßt und erfuhren einleitende Worte zur Geschichte des Hauses welche schon im 18. Jahrhundert begann.
Anschließend konkretisierten wir den Tagesablauf, der bezugnehmend auf unser Thema, mit einem einführenden originalen Filmausschnitt aus der Arbeit des Staatssicherheitsdienstes begann. Hier spielten eine Hausdurchsuchung und die Festnahme eines Mannes, “…zur Klärung eines Sachverhaltes..“ eine Rolle.
In der sich anschließenden Kurzführung wurde uns von Frau Eich das Untersuchungshaftgefängnis vorgestellt und gleichzeitig auf die späteren Punkte im Haus verwiesen, die uns in unserer darauffolgenden Kleingruppenarbeit behilflich sein würden.
Zu Viert bzw. Fünft gingen wir anschließend selbstständig durch das Objekt ,um uns mit solchen Fragen, wie, „Das Gefängnis unter der Herrschaft des sowjetischen Geheimdienstes“, „Haftbedingungen in der Zeit von 1945 bis 1952 unter Herrschaft des sowjetischen Geheimdienstes“, „Schicksale von durch den sowjetischen Geheimdienst Verfolgten“, „Das Wirken der Staatssicherheit in der DDR“ und „Die Haftbedingungen bei der Staatssicherheit der DDR 1952 bis 1989“ zu beschäftigen. In der ehemaligen Häftlingskapelle erfolgte vor unseren Klassenmitgliedern die Präsentation der Arbeitsergebnisse.
Nach der Mittagspause wurde uns Herr Dr. Lothar Aust als Zeitzeuge vorgestellt. Er war einer Derjenigen, die selbst in der Einrichtung in Potsdam 5 Monate inhaftiert war. Grund dafür war ein Fluchtversuch am 02.11.1961 an der Grenze zu Berlin in Kleinmachnow. Anschaulich schilderte er seine Befindlichkeiten nach der Inhaftierung. Ob es der Schlafentzug, die Vernehmung oder die wechselnden Häftlingsmitinsassen , aber auch der heimliche Bau und das Spiel eines Schachspieles aus Apfelsinenschalen und kariertem Papier waren, genau wie die ca. 10 Jahre dauernde Bewältigung des Vergehens. Zu einem Jahr und 8 Monaten verurteilt, nach ca. 6 Monaten unter Amnestie gefallen, lebte er danach weiter bis zur Wende in der DDR und hatte mit seiner späteren Tätigkeit am Institut in Potsdam- Rehbrücke für sich einen kleinen Ausgleich und eine gewisse Rehabilitation gefunden, ohne das Geschehene zu verharmlosen.
Wir bedanken uns bei Ihm und Frau Eich für die Organisation/ Durchführung dieses interessanten Unterrichtsarbeitstages in Potsdam.
Klassen FOS 07 und FOS 08 Technik des OSZ HVL |