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Bildungsreise nach Jena

Am 31.03.2009 trafen wir uns, die Klasse AUO06a und die AUO07b sowie die Klassenlehrer Frau Bergholz und Herr Muchin vor dem Wohnheim, um unsere Reise nach Jena anzutreten. Der Bus setzte sich kurz nach acht in Richtung Autobahn in Bewegung und wir trafen mit reichlich Verspätung aber gut gelaunt am ersten Reiseziel ein.
Dieses war das Optische Museum, wo wir uns in ungefähr 1h 30 min über die Geschichte der Brille informierten und uns eine historische Werkstatt anschauten durften.
Nach dieser Führung hatten wir ca. 3 Stunden Zeit um die Altstadt zu erkunden. Manche setzten sich beim herrlichen Sonnenschein ins Cafe, andere gingen ins Zentrum bummeln bzw. einkaufen. Um ca. 18.30 Uhr trafen wir uns dann wieder am Bus, um in unsere Unterkunft zu fahren. Dort angekommen haben wir zuerst unsere Zimmer bezogen und haben das Abendbrot, in Form eines warmen Buffets, zu uns genommen.
Danach sind wir mit der Straßenbahn in Richtung Zentrum gefahren, da wir uns,
kurz vor  21 Uhr mit dem Rest unserer Gruppe, vor dem Planetarium trafen.
Hier schauten wir uns eine Lasershow mit dem Thema „QUEEN“ an. Beginn war um 21 Uhr und die Show endete gegen 22.15 Uhr. Dann konnte jeder seinen Abend nach seinen Wünschen gestalten.
Am nächsten morgen hieß es dann „Sachen packen“ und frühstücken, damit wir um 9 Uhr unser drittes Ausflugsziel antreten konnten. Um 10 Uhr hatten wir eine Führung durch das Schott Museum und die Schott Villa, wo uns etwas über die Geschichte des Otto Schotts und der Glasherstellung erzählt wurde. Bevor wir zu unserem letzten Ausflugsziel gingen, hatten wir noch mal zwei Stunden Zeit um z.B. etwas zu Essen. Unser letztes Ziel war die Fachhochschule Jena, wo wir etwas über die verschieden Studiengänge erfuhren und uns verschiedene Labore anschauten.
Um ca. 17 Uhr traten wir dann unsere Heimreise Richtung Rathenow an, wo wir ungefähr 21.30 Uhr vor dem Wohnheim ankamen. 

Unser Dank gilt allen, die uns diese interessante und lehrreiche Reise ermöglichten, auf der auch der Spaß nicht zu kurz gekommen ist.

 
 

   
   

Historische Werkstatt Jena

Die zweite Gruppe begann ihren Rundgang mit dem Besuch der historischen Werkstatt von Carl Zeiss. Er gründete sie vor 163 Jahren, 1846, in der damals noch kleinen thüringerischen Stadt.

Unsere Führung startet jedoch in dem kleinen Verkaufsraum. Als die Tür geöffnet wird, läutet die Ladenglocke – ganz im Stile von damals. Die massive, dunkle Holzeinrichtung lässt den Laden beklemmend und düster aussehen. In den Vitrinen und auf den Schränken stehen Waren, wie z.B. Lupen, Spiegel und Brillengläser, die jedoch von Dritten hergestellt wurden.
 Anschließend gehen wir in den spärlich eingerichteten Raum des Meisters. Von dort konnte er direkt in die Werkstatt schauen, um seine Arbeiter zu kontrollieren. Denn die schlechten Lichtverhältnisse ließen die Arbeiter und Lehrlinge schnell ermüden. Zusätzlich mussten alle Geräte mit eigener Körperkraft (z.B. Bohrer, Fräser) angetrieben werden, was bei dem jungen Alter der Lehrlinge sich meist als sehr schwierig herausstellte. Einige von uns dürfen sich sogar selbst davon überzeugen.  Trotz dieser immensen Belastung bekamen die Lehrlinge keinen Lohn – im Gegenteil: die Eltern mussten für die Ausbildung bezahlen.

Es war wie heute ein hohes Maß an Qualität gefordert. Wurde dies nicht erfüllt, wurde das Produkt ohne weiteres zerstört. Denn immerhin hatte Zeiss einen Namen zu verlieren. Und damals wie heute möchte man ja nur einwandfreie Produkte kaufen.

Die Arbeitszeiten waren für damalige Zeiten recht human: Montag bis Samstag wurde in der Werkstatt von 6.00 bis 19.00 Uhr gearbeitet – Sonntag wurde sie aufgeräumt.

Neben allen geschichtlichen Informationen haben wir die Möglichkeit selbst einmal in Rolle eines Lehrlings dieser Zeit zu schlüpfen. Wir bedienen eine vorzeitliche Drehbank und werden in der Kunst des Pröbelns unterrichtet – auf Schläge und Zurechtweisungen wird glücklicherweise verzichtet.
Nach einigen praktischen Versuchen verlassen wir, dankbar über die heutigen Verhältnisse in der Berufsausbildung, die Werkstatt.

   
   
 
 
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Das optische Museum

Im Optischen Museum der Ernst-Abbe-Stiftung in Jena bekamen wir einen Einblick in die verschiedenen Zeitalter der Nutzung optischer Hilfsmittel – beginnend mit dem Lesestein als vergrößernde Sehhilfe bis in die Zeit von Ernst Abbe, Carl Zeiss und Otto Schott.

Wir splitteten die Reisegruppe und die Führung begann. Eine nette Dame führte uns in den ersten Raum. Dort erfuhren wir interessante Fakten über die Entstehungsgeschichte der Brille. Zur Anschauung wurden unterschiedliche Brillenmodelle in Vitrinen ausgestellt. So erlangten wir einen Einblick in die Verbreitung und den Status der verschiedenen Modelle in den Ländern unserer Erde.
In den Fenstern des ersten Raumes befanden sich Rollos auf denen die Geschichte nochmals in Bilder dargestellt war.
In dem darauf folgenden Raum wurde uns die Geschichte der Augenheilkunde präsentiert. Viele Ausstellungsstücke waren ebenfalls in Vitrinen dargestellt und zeigten die ersten Erfindungen zur Augeninnendruckmessung und zur Ermittlung der Gesichtsfeldgröße. Im 19. Jh. gab es bereits Geräte zur Messung der Hornhautkrümmung und zur Untersuchung des Augenhintergrundes. Interessant in diesem Raum war auch, dass wir Schüler selbst unsere Augen testen konnten. Bei fünf einfachen Experimenten:

1. Sehen in der nähe,
2. Kraftfahrersehtest,
3. Stereosehtest,
4. Sehen in der ferne,
5. Farbsinnsehtest,

konnte man selbst seine Sehfähigkeit kontrollieren. Letztendlich war es ein schöner Einstieg für das was noch folgen sollte.
   
   
 
 
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Planetarium

Im Januar startete weltweit das Internationale Jahr der Astronomie 2009. Anlass ist das Schlüsseljahr 1609, in dem Kepler und Galilei zu ihren Bahn brechenden Erkenntnissen bezüglich des Fernrohrs gelangten.

Seit dem sind die Sterne und Planeten mehr als nur helle Lichtpunkte am Nachthimmel…

Abschluss des ersten Tages unserer Bildungsreise war deshalb am Abend das Zeissplanetarium in Jena. Dort hatten wir für 21.00 Uhr für die Lasershow „Queen Heaven – The Original!“  Karten bestellt..

Von unserem Hotel aus konnten wir die Innenstadt Jenas bequem per Straßenbahn erreichen. Schon von weitem konnte man die große Kuppel des Planetariums, welches bereits seit 1926 besteht, erkennen. Nach kurzer Wartezeit im Foyer konnten wir unsere Plätze einnehmen und die Show begann.

An der riesigen Kuppelfläche von 900 m², die auf aus alle einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben dürfte, erlebten wir die so genannten „Könige des Rock“ mit vielen originalen Musik-, Bild- und Videoaufnahmen. Zu hören waren die größten Hits ihrer Bandgeschichte, wie zum Beispiel: „We will rock you“, „Radio gaga“, „We are the champions“ und viele mehr. Diese Songs und Videoabschnitte wurden dabei mit bunten Lasereffekten, 3D-Animationen und fantasievollen Bildern kombiniert. Teilweise wurde auch der Sternenhimmel von dem Planetariumsprojektor an die riesigen Kuppelinnenfläche abgebildet.

Fasziniert von den Eindrücken erlebten wir dieses Programm. Kurz vor Ende, nach einer guten Stunde, wurden uns die Mitglieder der Band nahe gebracht, und einige biographische Einflüsse vorgestellt. Mit dem wohl bekanntesten Werk Queens. „We are the champions“ wurde das Finale der Show eingeleitet.

Das Programm begeisterte uns alle sehr und wir ließen den Abend gemeinsam und erfreut ausklingen. 

Für Interessierte: Im Zeiss Planetarium zu bewundern gibt es außer dem beschriebenen Event z.B.„Pink Floyd - Reloaded“, „Schwerelos: Space Tour“, „Der Sprung ins All“ und „Sterne Spezial – IJA 2009“.
   
 
 
 
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Besuch im Schott-Museum

„Vor kurzem stellte ich ein Glas her, in welchem eine beträchtliche Menge Lithium eingeführt wurde…
Ich ermute, dass bezeichnetes Glas hervorragende optische Eigenschaften aufweisen wird.“
                                                                                              Otto Schott an Ernst Abbe 1879

 

So begann die Geschichte der erfindungsreichen Zeit von Otto Schott, die wir in Begleitung unserer Klassenlehrer Frau Bergholz und Herrn Muchin erleben durften.

Als erstes gab uns eine Museumsführerin nähere Informationen zur Person Otto Schott als Glaschemiker. Als er nach einigen Versuchen glaubte ein Glas mit besten optischen Eigenschaften gefunden zu haben, begann ein Briefwechsel mit Ernst Abbe, der ihn daraufhin nach Jena holte. Auf dessen Grundlagen sind uns bis heute folgende Erkenntnisse von Nutzen:

  • durch Rühren von Glas, erhält man ein schlierenfreies Glas
  • durch kontrolliertes Abkühlung ist das Glas spannungsfrei
  • in Zusammenhang mit bestimmten chemischen Elementen bekommt das Glas bestimmte Eigenschaften

Somit ist Otto Schott erster Glaswissenschaftler, der Glas mit bestimmten (u.a. optischen) Eigenschaften hergestellt und reproduziert hat. Das ist die Basis des 1884 gegründeten Glastechnischen Laboratorium Schott & Genossen in Jena.

Im Schott- Museum werden die Materialien die sie im Laufe der Jahre entwickelt haben  an zahlreichen Beispielen und Originalen zur Schau gestellt. Die wichtigsten Entwicklungen sind hitzebeständige Thermometergläser, Glaszylinder (für das um diese Zeit entwickelten Gasglühlichtes), Hauswirtschaftsgläser, Rohrgläser (für pharmazeutische Ampullen), optische Gläser (für Astronomie) und Glaskeramik (Schott Grau). Einige der bei Schott entwickelten Glastechnologien und Innovationen sind mittlerweile überholt, wie z. B die Herstellung von Fernsehbildschirmen, die mehr und mehr durch heutige Flachbild- und Plasmafernseher verdrängt werden.

Dieses Jahr feiert die Schott AG 125-jähriges Firmenjubiläum (heutiger Hauptsitz Mainz), was zeigt, dass Schott auch heute noch in den Technologien von Gläsern großen Einfluss auf dem Weltmarkt hat. 
   
 
 
 
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Schott Villa

Auf dem Betriebsgelände der Firma Schott befindet sich die „Schott Villa“, welche 2001 eröffnet wurde. Hier wurden uns eindrucksvoll das Lebenswerk und die Persönlichkeit von Otto Schott, sowie Themen der Schottgeschichte dargestellt.

Unter der Führung von Frau Ellert erfuhren wir, wer Otto Schott eigentlich war, wie er seine Zeit in Witten verbrachte und wann er die Grundlagen für die moderne Glaswissenschaft legte. Faszinierend fanden wir, dass ein Auszug aus einem Brief von Ernst Abbe an Otto Schott auf den Fußboden projektiert wurde. Im Arbeitszimmer wurden uns persönliche Arbeitsutensilien, wie Telefon, Briefwaage und seine Arbeitstasche präsentiert.

In einem anderen Zimmer befinden sich Teile seiner Antikensammlung aus der griechischen und römischen Zeit. Im ehemaligen Wohnzimmer erwartete uns eine Stimmungsszene vom 80. Geburtstag Otto Schotts: Ein überdimensionales Gruppenfoto mit lebensgroßen Gesichtern der Familienmitglieder.

Eine weitere Ausstellung ist seinem Sohn Erich Schott gewidmet. Er leitete, als Otto Schotts Nachfolger, den Neuaufbau in Mainz nach dem zweiten Weltkrieg. Wir konnten die Zeit der Trennung und Wiedervereinigung detailliert nachvollziehen.

Im Anschluss an das Ausstellungszimmer befindet sich ein Badezimmer, welches komplett aus Marmor gefertigt wurde. Bis auf die Waschbecken und eine Toilette war das Bad noch original erhalten. Wir waren so beeindruckt, dass wir dieses Zimmer gar nicht mehr verlassen wollten.

Die Villa verfügt außerdem über einen Raum für Wechselausstellungen. Wir haben erfahren, dass dadurch Glaskünstlern oder anderen talentierten jungen Künstlern ein interessantes Präsentationsforum geboten wird.

In der Villa werden, wie zu Otto Schotts Zeiten, Konferenzen und Tagungen veranstaltet. Dieser Tagungsraum beeindruckte uns doch sehr in seiner Größe und Ausstattung.

Während der gesamten einstündigen Führung durch die Villa dienten uns auch Videoclips als Informationsquellen.

Ab 1980 bis 1989 wurde die Villa als Kindergarten genutzt. Zum Glück setzte sich Hans Rauch 1987 dafür ein, dass das Gebäude erhalten blieb und komplett restauriert wurde, sodass 14 Jahre später - zum 150. Geburtstag Otto Schotts - die Villa zur Begehung eröffnet wurde. Seitdem beeindruckt sie mit ihrer Geschichte viele Besucher. Auch wir haben unsere Reise durch die Zeit der Glaswissenschaften sehr genossen.
   
   
 
 
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Besuch der Fachhochschule Jena

Letzte Station unserer Bildungsreise war die Fachhochschule Jena. Dort interessierten wir uns besonders für den Fachbereich SciTec (Zusammengesetzt aus „Science“ und „Technology“), welcher neben Feinwerktechnik, Laser- und Optotechnologien und Physikalischer Technik auch den Bachelorstudiengang Augenoptik beinhaltet.
Zunächst erfuhren wir durch Professor Wolfgang Sickenberger und eine Studentin allgemeine Informationen über die Fachhochschule, den Fachbereich SciTec, und die Freizeitgestaltung auf dem Campus. So werden in Jena über 20.000 Studenten ausgebildet, rund 5000 allein in der Fachhochschule Jena, welche von über 120 Professoren betreut und unterrichtet werden. Um einer von den rund 40 Studenten zu werden, die jedes Semester im Bereich Optometrie aufgenommen werden, sind eine abgeschlossene Ausbildung als Augenoptiker, sowie die Fachhochschulreife erforderlich.
Und nicht nur die Fachhochschule ist für Optiker bestens ausgestattet, die Stadt Jena, welche 2008 zur „Stadt der Wissenschaft“ gekürt wurde, ist mit dem Unternehmen von Carl Zeiss außerdem Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie. Dadurch, und auch durch weitere Unternehmen, gehören zum Studentenleben auch zwei Praxisphasen, in denen die Studenten Einblick in zukünftige Arbeitsbereiche bekommen sollen.
Das Bachelorstudienfach Augenoptik/Optometrie/Vision Science dauert 7 Semester, um den Master in Vision Science zu erlangen muss man noch 3 weitere Semester „dranhängen“.

Nachdem uns auch ein paar Einblicke in die Freizeitgestaltung von Jena gegeben wurden (Campusfest, riesiges Sportangebot, …) wurden wir durch die Fachräume des Studienbereiches geführt. Neben uns schon bekannten Geräten wie Schleifstein und Bröckelzange sahen wir hier aber auch für uns völlig neue Gerätschaften. So zum Beispiel das Eyelinksystem, welches Augenbewegungen bei verschiedenen Sehaufgaben misst, das Skiaskop zur Bestimmung der sphärischen und astigmatischen Refraktion, und ein Perimeter, welches zur Gesichtsfeldmessung eingesetzt wird.
Zum Ende konnte sich jeder der wollte mit Hilfe einer Spaltlampe aufs und  ins Auge schauen lassen. Auf dem PC vergrößert konnten wir anderen dann wunderschöne Regenbogenhäute betrachten, und auch die ein oder andere, unbedenkliche Anomalie genauer betrachten.

Alles in allem ein interessanter und informativer Schluss unserer Fahrt nach Jena, für den wir uns noch einmal herzlich bei Professor Sickenberger und der netten Studentin bedanken möchten.
   
   
   
 
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