Der Titel der Dauerausstellung im DDR- Museum unterhalb des Radison SAS Hotels in Berlin direkt an der Spree, war für uns, die Klassen FOS 07 und FOS 08 Technik des OSZ Havelland am Standort Friesack , gleichsam Programm, als wir am 30.09.08 Richtung Berlin starteten.
In den bisherigen Stunden hatten wir uns im Rahmen des Politikunterrichts mit den historischen und gesellschaftlichen Umbrüchen in Deutschland nach 1945 beschäftigt. Wir hatten uns einen historischen Überblick verschafft, Namen von Politikern gehört und etwas über die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges, der Gründung zweier deutscher Staaten und auch zu den Ereignissen am 17.Juni 1953, am 13.August 1961 und am 9.November 1989 gehört und gelesen. Das Leben unserer Großeltern und Eltern ist zu einem Großteil unweigerlich mit dem Leben in der damaligen DDR verbunden. Diese war eine Diktatur, in der aber auch Leben statt fand. Das näher zu erforschen und die DDR nicht nur auf Doping und den Staatssicherheitsdienst zu beschränken, hatten wir unsere Verwandten schon unter konkreten Aufgabenstellungen im Vorfeld befragt. Die gemeinsame Auswertung erfolgt in den nächsten Unterrichtsstunden.
Am heutigen Tag ging es darum, in unterschiedlichen Themenbereichen unser Wissen zu erweitern, Klischees zu überdenken und Geschichte hautnah zu erleben. Im Museum waren Exponate nicht nur klassisch in Vitrinen ausgestellt. Alles wartete darauf, angefasst und erlebt zu werden. Zuerst hatten wir Zeit im Rahmen einer Selbsterkundung einen Rundgang durch das Museum zu tätigen. Bei zwischenzeitlich durchgeführten Führungen hörten wir von den jeweiligen Leitern teilweise selbst erlebte Geschichten. Im Anschluss daran hatte Herr Czarnofski, unser Politiklehrer, Aufgaben zu den verschiedenen Themen Grenze, Jugend und Bildung, Arbeit, Bauen und Wohnen, Konsum bzw. Kultur, Mode und Sport vorbereitet, die wir uns versehen mit zusätzlichen Materialien in der Ausstellung erarbeiten sollten. So nahmen wir in einem Trabant Platz, konnten in einer ehemaligen DDR- Wohnung sitzen, Mode der damaligen Zeit berühren. Wir konnten Schubläden aufziehen, Schränke öffnen, hin einfassen , stöbern und entdecken. Am Ende der Gruppenarbeit kamen wir zu einer kurzen Auswertung und den Absprachen für die weitere Bearbeitung zusammen. Die Präsentation der Arbeitsergebnisse erfolgt in den kommenden Unterrichtsstunden.
Dabei haben wir mit dem Besuch nur den ersten Teil unseres erlebbaren Unterrichts erfahren. Am Montag, den 13.10.08 werden wir die „Gedenkstätte für die Opfer politischer Gewalt“ in Potsdam, ein ehemaliges Staatsicherheitsuntersuchungsgefängnis aufsuchen. Auch dort sind nach einer Führung, Kleingruppenarbeit und anschließend eine Zeitzeugin geplant.
Der Tag war jetzt für unsere Klasse FOS 08 Technik jedoch noch nicht beendet. Unsere Klassenmitglieder kennen sich in der Zusammensetzung erst seit wenigen Wochen. Daher hatte uns Herr Czarnofski in seiner Funktion als unser Klassen- und Sportlehrer den Vorschlag unterbreitet, anschließend als teambildende Maßnahme in den Kletterwald in die Wuhlheide zu fahren. Trotz leicht einsetzenden Regens waren alle mit dabei und voller Tatendrang aktiv. Nach einführenden Worten über die Sicherheit am Seil und mit den Karabinerhaken sollten alle einen Vorzeigeparcoure absolvieren. Da hatten doch wieder Einige nicht zugehört und mussten diesen am Ende gleich dreimal absolvieren. Danach ging es über die Einstiegsvariante zum Fitness- und Fortgeschrittenenparcoure. Zwei Stunden später war der Regen dann doch so stark, dass wir froh waren, unser Tagesprogramm erfolgreich abgeschlossen zu haben.
Klasse FOS 08 Technik des OSZ Havelland |
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