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Projekttag „Carpus e.V.“ am OSZ Havelland, Standort Fiesack

Am 17.06.08 hatten wir, die Klasse FOS 07 Technik des OSZ Havelland, Frau Nena Abrea  von den Philippinen, zur Zeit Studentin in Cottbus  und Herrn Uwe Berger, von Beruf Landschaftsplaner und zur Zeit für den  Verein „Carpus“ aus Cottbus tätig, zu Gast.  Dieser aus dem Land  Brandenburg tätige Verein kümmert sich u.a. um die Umweltbildung, den Schutz natürlicher Ressourcen und ethnischer Minderheiten, den Artenschutz und Projektreisen für Jugendliche zur Bekämpfung der Armut und der Ungleichheiten auf  der Welt.  Carpus e.V. ist Mitglied im Verbund entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (VENROB) und wurde von der ANU im Jahr 2005 als BEST-Practice-Beispiel für Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.  Unter dem Thema „Wir bringen Entwicklungspolitik in Ihre Schule-  Die UN- Millenniumsziele am Beispiel des Entwicklungslandes Philippinen“ hatten wir uns beide Gastreferenten eingeladen, um uns im Rahmen des Politikunterrichtsthemas „Globales Lernen“ mit den Problemen der sogenannten 3. Welt zu beschäftigen. Ziel war es, aus berufenem Munde auf Probleme aufmerksam gemacht zu werden, die in unserer Wirklichkeit, trotz ständiger Diskussionen über Armut in Deutschland, für uns so nicht existieren. Doch dazu später.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten wir uns in Gruppenarbeiten mit den Themen Millenniumszielen, Entwicklungs- und Schwellenländer sowie Industriestaaten beschäftigt. Dazu waren u.a. Plakate entstanden, die wir unseren Gastreferenten  während der Veranstaltung gleich vorstellen konnten.

Nach deren Vorstellung und einführenden Worten zum Projekttag,  hatten wir auch gleich die Aufgabe, uns Kontinenten zuzuordnen und den Reichtum der Erde in Form von Schokoladentalern aufzuteilen. Fragen wie, „Wo finden wir auf unserer Erde Mangel  ?“ , „Wem gehört diese Welt ?“ oder „Wer könnte die meiste Energie verbrauchen  ?“  wurden sofort geklärt.  Die Schokoladentaler am Ende passend zum Thema solidarisch verteilt.

Im Anschluss wurden uns die Millenniumsziele anhand von Fragen, wie z.B. „Wie viele Menschen leben weltweit von 1 Dollar pro Tag ?“ oder Wie viele Menschen haben weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser ?“ mittels eines Quiz näher gebracht. Dem schloss sich eine praktische Übung an. Wir schlüpften in die Rolle von Jugendlichen dieser Länder und versuchten deren Alltag nachzustellen. Schuhe putzen, Müll sammeln und Kleider nähen füllten unseren Tag voll aus. Anschließend unterschieden wir zwischen extremer, großer und relativer Armut.

Die Frage, die ab diesem Zeitpunkt natürlich alle bewegte, „Was können wir selbst zur Umsetzung der Millenniumsziele tun ?“ . In Kleingruppenarbeit versuchten wir dieser Frage so realistisch wie möglich nach zu gehen. Dabei kam es unseren Referenten darauf an, dies nicht aus der Sicht von Politikern oder Organisationen zu beantworten. Interessanterweise kamen dann auch solche Lösungsvorschläge wie Benefizkonzerte, Kinderpatenschaften, Spenden, Streiks oder Demonstrationen, Gründung/ Beteiligung an Bürgerorganisationen  um nur einige zu nennen, bis hin zum Vorschlag „Krombacher“ zu kaufen. Dabei blieben wir nicht bei diesen Lösungsvorschlägen sondern hinterfragten die Realisierung.  In diesem Zusammenhang wurde uns u.a. die Funktion des Spendensiegels und das von der Bundesregierung initiierte Kleeblatt, „Spenden, Multiplikatorfunktion, gezieltes Konsumverhalten, fairer Handel ist Armutsbekämpfung“, erklärt. In vielen Ländern kennt man mittlerweile die Einführung sozialer Produktionsstandards, transparentes Management, Abnahmegarantien als Garant für den Erhalt des Qualitätssiegels „FAIRTRADE“. Die Videosequenz „Geist ist geil“ zeigte uns lustigerweise die Alternative zum „Geiz ist geil“-Slogan „unserer Welt“. Die Organisation „Preda“ wurde uns als eine von vielen existierenden Organisationen vorgestellt, die diesen „fairen“ Handel unterstützen.

Abschließend wurde als Ergebnissicherung gepuzzelt.

Vielen Dank für diesen interessanten Projekttag.

Die Klasse FOS 07 Technik des OSZ HVL