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Tag der Sehbehinderten am OSZ HVL

Am 6. Juni fand der diesjährige „Tag der Sehbehinderung“ im Oberstufenzentrum Havelland, Ortsteil Rathenow, statt. Ziel dieses Tages war es, die jungen, wie die älteren Menschen über die Ursachen, den Umgang und über eventuelle Behandlungsmöglichkeiten von Sehbehinderungen aufzuklären. Eröffnet wurde der Tag durch den Schulleiter Herrn Vierjahn, den Vorsitzenden des „Blinden und Sehbehindertenverbandes“ Herrn Durand, sowie den Dezernenten für Bildung im Havelland Herrn Lewandowski. Das Programm gliederte sich in neun Stationen, bei denen es viel Wissenswertes über Sehbehinderungen zu erfahren gab. Der „Dunkelraum“ stellte mit Station eins bereits erste Anforderungen an den Tastsinn der Besucher. Hierbei sollten in einem komplett abgedunkelten Raum Gegenstände erfühlt, Bodenbeläge ertastet und eine Treppe bestiegen werden. Den Gästen konnte anschaulich verdeutlicht werden, mit welchen Hürden Sehbehinderte im alltäglichen Leben konfrontiert werden. Mit Station zwei wurde es amüsant. Interessierte konnten den Versuch unternehmen ohne Augenlicht das alltägliche Zähneputzen zu üben. Schnell wurde klar, dass die Vorbereitung, wie etwa das Befeuchten der Zahnbürste oder das Füllen des Zahnputzbechers, die eigentlichen Schwierigkeiten waren. Nach diesen ersten Eindrücken und viel verkipptem Wasser und Zahnpasta wartete Station drei mit der wohl größten Herausforderung für die Besucher auf. Wieder ohne etwas sehen zu können war es nun die Aufgabe Kuchen und Donuts zu verzehren. Bereits nach kurzer Zeit sahen die meisten Teller verwüstet aus, resultierend aus den Schneide- und Aufnahmeversuchen des Kuchens. Ohne die mündliche Hilfe der dafür abgestellten Schüler wären wohl nahezu alle Mägen leer geblieben. Doch auch hier war den Besuchern der Spaß, den sie dabei hatten, wieder deutlich anzusehen. Sachlicher ging es an den Stationen vier und fünf zu. Frau Hufschläger und Frau Schildberg erläuterten die Bedienung einer Blindenschreibmaschine. Herr Peschel stellte den Gästen ein spezielles „Passantennavigationsgerät“ für Blinde vor, welches im Vergleich zum „Autonavi“ keine großen Unterschiede erkennen ließ. Besonders viel zu erzählen hatte Herr Durand an Station sechs. Er sprach über die altersbedingte Makuladegeneration sowie über die Unterschiede von Blindheit und Sehbehinderung. Mit viel Fachwissen beantwortete er auftretende Fragen einfach und verständlich für die Zuhörer. Mit Hornhauterkrankungen beschäftigte sich Station sieben. Frau Finn, selbst davon betroffen, konnte hierbei den Besuchern viel über den Krankheitsverlauf und die Behandlung berichten.

Praktischer ging es an Station acht zu. Es wurden Hilfsmittel für Sehschwache vorgestellt, die ihnen das alltägliche Leben erleichtern. Von der elektrischen Lesehilfe über ein Blindenlineal bis zur Blindenwaage waren viele Exponate vertreten. Die Besucher staunten über die zahlreichen Ausstellungsstücke, die in ihrer Vielfalt begeistern konnten. Das Ende der Veranstaltung bildete Station neun mit einer Powerpointpräsentation. Diese beschäftigte sich allgemein mit der Definition von Blindheit und Sehschwäche sowie deren Ursachen. Vorgestellt wurden auch besondere Gesellschaftsspiele für Blinde. Die Veranstaltung fand bei den jungen und alten Besuchern viel Anklang und kann damit zu recht als Erfolg gewertet werden. Vielen wurde im Nachhinein bewusst, wie wertvoll die menschliche Sehkraft ist und was es bedeutet mit einer Sehbehinderung leben zu müssen und so das alltägliche Leben zu bestreiten.