Aktivitäten Exkursionen
zurück

Über Lederhosen und Wodka-Flaschen

Fragt man einen Russen nach einem Deutschen, würde er wahrscheinlich an einen Bier trinkenden Lederhosenträger denken, der den Klängen von „Rosamunde“ lauscht. Und was davon trifft im Moment auf Sie zu? Wahrscheinlich nichts.
Übel nehmen dürfte man dem Befragten diese Vorurteile nicht. Immerhin haben auch wir unsere Russland-Assoziationen – und die sind nicht immer schmeichelhaft. Die Russen trinken den ganzen Tag Wodka, werfen Gläser an die Wand und glänzen mit unendlicher Gelassenheit und Gastfreundlichkeit.
Welche weiteren Klischees über Russland und Deutschland sind heute noch gültig? Woher stammen sie? Und wie viel Wahrheit steckt dahinter?
Verteilt auf verschiedene Tage suchten wir, knapp 45 Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 des beruflichen Gymnasiums des OSZ Havelland (Nauen), in der Ausstellung „Unsere Russen – Unsere Deutschen“ im Schloss Charlottenburg in Berlin die Antworten auf diese und viele weitere Fragen. (Für Schulklassen war der Besuch der Ausstellung kostenfrei!)
Um den Ursprüngen der Klischees auf den Grund zu gehen, tauchten wir in die deutsch-russische Vergangenheit der letzten zwei Jahrhunderte ein. In den acht Ausstellungsräumen, die nach Epochen unterteilt sind, lässt sich eine bunte Vielzahl von  Gemälden, Zeichnungen oder typischen Alltagsgegenständen finden. Von Cartoons und Propagandaplakaten über eine alte Schreibmaschine, Vasen, Matrjoschkas oder Zeitschriften. Die Auswahl ist riesig.
Um uns den Überblick zu erleichtern, ließ uns unsere Russischlehrerin Frau Bräunlich zu Beginn der „Zeitreise" kleine Zettel ziehen. Beschriftet mit einer Epoche, verlangte dieser wahlweise nach einem deutschen oder einem russischen Klischee.
Dreißig Minuten blieben uns Schülern, um einen Ausstellungsgegenstand zu wählen, einen kurzen Vortrag vorzubereiten und dann den ausgewählten Gegenstand zu präsentieren.  
Beginnend im 17. Jahrhundert führten uns die Vorträge quer durch die deutsch-russische Geschichte und „zurück“ in die Gegenwart.
Frau Tarassowa vom Deutsch-Russischen Museum Karlshorst – Guide der Führung der Kurse der Jahrgangsstufe 12 – informierte über grundsätzliche Intentionen der Ausstellung und verband diese mit sehr interessanten Informationen aus Literatur und Politik der jeweiligen Zeit.
Wir haben Dank der Ausstellung die Antworten auf unsere Fragen gefunden. Überspitzte Tatsachen, Klischees, lassen sich nun erklären und herleiten. Wollen auch Sie die Antworten auf die oben genannten Fragen? - Lassen Sie sich die Ausstellung nicht entgehen! Leider nur ist der Weg jetzt weiter als nach Berlin-Charlottenburg – die Ausstellung „Unsere Russen –  Unsere Deutschen“ wird demnächst in Moskau gezeigt!!! Gute Reise!

Katja Casper
Oberstufenzentrum Havelland, Berufliches Gymnasium