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Kursfahrt nach Edinburgh vom 14.09. bis 18.09. 2007

Am Freitag, dem 14.09., machten wir, das heißt 12 junge Damen und zwei Lehrer, uns auf den Weg zum Flughafen Berlin-Schönefeld, um von dort gen Glasgow zu fliegen. Für einige war es der erste Flug überhaupt, doch besonders aufregend war es dennoch nicht. In Glasgow angekommen, durften wir gleich einen ersten Eindruck vom klischeehaft verrufenen schottischen Wetter bekommen. Der Himmel war grau, es regnete und ein hüstelnder ca. hundertjähriger Kettenraucher gab sich als unser Busfahrer zu erkennen, der uns nach Edinburgh zu chauffieren gedachte. Bereits auf der Fahrt konnten wir einen Blick auf das schottische Umland wagen, zumal der Regen sich sehr schnell wieder verzogen hatte.
Unsere Unterkunft, ein Hostel mitten in Edinburghs Altstadt, erwies sich als (für britische Verhältnisse) rundum akzeptabel. Zwei 8-Bett-Zimmer mit je einem integrierten Bad ließen zwar logistische Probleme für die zeitliche Bewältigung der allmorgendlichen Runderneuerung erahnen, welche aber in den darauf-folgenden Tagen geradezu vorbildlich bewältigt wurden. Das Frühstück entsprach den Erwartungen an die geschmacklichen Vorlieben der Inselbewohner, ging aber erfreulicherweise über den befürchteten Toast-Cornflakes-extradünner-Kaffee-Standardmix weit hinaus, sodass für Jede(n) was dabei war.
Im Hostel gab es eine Bar, welche wir an den folgenden Abenden neben den üblichen Pubs auch wie-derholt frequentierten. Darüber hinaus hatten wir auch die Möglichkeit, kostenlos im Internet zu verhun-gern, aber für uns war es erst einmal wichtig, die Stadt selbst zu erkunden.
Edinburgh ist, wenngleich kleiner als Glasgow und mit ca. 450.000 Einwohnern eher bescheiden im Vergleich zu anderen Weltstädten, eine äußerst sehenswerte und reizvolle Stadt. Ihren klassizistischen Bauten verdankt sie den Ruf als „Athen des Nordens“. Edinburgh Castle beherrscht die Stadtsilhouette. Über die sogenannte Royal Mile, auf der Dudelsackbläser pausenlos unschuldige Touristen „betören“, ist sie direkt mit dem Holyrood Palace verbunden, dem königlichen Domizil bei Edinburgh-Besuchen, welcher auch schon Maria Stuart beherbergte. Vom Calton Hill hat man eine gute Aussicht auf die ge-samte Stadt, die im Norden an den Firth of Forth (eine Art Fjord) grenzt, welchen wir allerdings nur von weitem zu Gesicht bekamen.
Bei alledem muss jedoch gesagt werden, dass die Preise für in der Innenstadt feilgebotene Waren bei ausnahmslos allen Kursfahrtteilnehmern auf ablehnende Kritik stießen, in anderen Worten eine skanda-löse Sauerei waren. Auch die nahrungsmitteltechnische Versorgung im Laufe der Tage unseres Aufent-haltes gestaltete sich schwierig, zumal wir angesichts der horrenden Preise wiederholt auf vertrautes Fast-Food angewiesen zu sein schienen. Da erwies es sich als willkommene Abwechslung, dass eine in Edinburgh lebende Studienkollegin von Herrn Dünnebier uns zum Essen zu sich einlud und auch noch darauf bestand, mit uns Englisch zu sprechen. Das konnte zumindest den Fauxpas des Reisebüros aus-gleichen, welches uns am Tag zuvor für eine Stadtführung (zu Fuß!!!) durch Edinburgh einen zwar sym-pathischen, aber in schlechtem Deutsch dozierenden Holländer als Guide zur Verfügung gestellt hatte. Erfreulich wiederum war die Tatsache, dass der Eintritt in den großen Museen der Stadt (National Gal-lery, Royal Scottish Museum) frei ist. Der Besuch lohnt sich auch tatsächlich, da hier neben den zu be-trachtenden Ausstellungsstücken viele Möglichkeiten geschaffen wurden, selbständig per Knopfdruck Dinge in Bewegung zu setzen und technische Gerätschaften zu bedienen. So konnten wir dann auch ei-nen völlig verregneten Sonntag halbwegs trocken überstehen (wobei dies wettertechnisch der einzige wirklich üble Lakritztrüffel unserer Kursfahrt war). Eine Führung durch Mary King’s Close kostete zwar Eintritt, erlaubte uns aber einen Einblick in die Abgründe eines von der Pest geschüttelten Edinburghs vergangener Jahrhunderte, in denen alles, was mit „Sch...“ anfängt, auf die Straße geschüttet wurde (z.B. SCHerzartikel) – und zwar pünktlich ab 22 Uhr – ... Interessant!
Am Montag stand ein Ausflug in die Highlands auf dem Programm, wobei wir erneut auf unseren asth-mageplagten Busfahrer stießen, der uns während der Fahrt in lautem schottischen Akzent alles Berich-tenswerte berichtete und uns vom Schlafen abhielt. Abgesehen von der Tatsache, einem leibhaftigen Hamish (= knuddelige zottelige Highlandkuh) gegenüberstehen zu dürfen, war dieser Ausflug zwar eine willkommene Abwechslung vom Stadtalltag, brachte aber nicht die erhoffte Erleuchtung, das heißt, je-nes oft beschworene Überwältigtsein vom Anblick der Schöpfung der Natur blieb aus.
Am nächsten Morgen mussten wir dann allerdings bereits vor Sonnenaufgang das Hostel verlassen, um die Heimfahrt (wieder über Glasgow & Berlin-Schönefeld) anzutreten.
Im Rückblick betrachtet, war es eine rundum gelungene Kursfahrt, die uns in guter Erinnerung bleiben wird, wenngleich die Zeit etwas knapp war, um sich wirklich heimisch zu fühlen.

(Abteilung 1)