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Die Exkursion zur Deutschen Bundesbank (NL Berlin)

Am 15.02.2008 fuhren wir mit der OG05 zur Deutschen Bundesbank nach Berlin. Wir trafen uns um 8:45 h vor dieser, in der Leibnizstraße, Ecke Bismarckstraße. In der Eingangshalle, wurden wir von einem nettem Pförtner empfangen, welcher uns sofort einen Mitarbeiter holte der uns durch die Sicherheitstüren führte. Aufgeregt und nichts ahnend, folgten wir dem Mann in einen großen, hellen Raum. Auf dem mittig platzierten Tisch, standen für jeden Schüler jeweils eine Flasche Apfelsaft, stilles Wasser sowie normales Mineralwasser zum Durstlöschen bereit. Nachdem wir alle einen Platz gefunden hatten, stellte sich der Mann an die Stirn des Tisches und stellte sich kurz vor. Aus Sicherheitsgründen wurden wir gebeten, unsere Mobiltelefone auszuschalten. Er zückte aus seiner Hemdtasche ein Bündel voller Banknoten (es waren insgesamt 1.500,-- €) und verteilte jeweils einen 50er sowie einen 20er an je zwei Schüler, um uns diese im Verlaufe des Vortrages, genau anzuschauen. Sogleich begann er mit seinem Vortrag über das Geld. Als Hilfe dazu, standen ihm ein Flipchart und ein OH-Projektor zur Verfügung.
Er versicherte uns, dass sich unter 1.000.000 echten Banknoten, nur 10 falsche befinden und die meistgefälschten Scheine die 50er, 200er und 500er sind. Er fragte uns ob wir wissen, aus was das Geld eigentlich besteht. Die Antwort „Papier“ die manche in den Raum warfen, war nur zum Teil richtig, denn aus dem Standardpapier auf dem wir täglich schreiben, besteht es nicht. Es besteht aus kleinen Baumwollfäden, was auch das Phänomen des Einlaufens, durch einen unfreiwilligen Waschmaschinengang, erklärt. Die Abbildungen auf den verschiedenen Banknoten sind alle ausgedacht und haben nichts mit einem bestimmten Land zu tun. Dies soll verhindern, dass es Streitigkeiten im Rahmen einer empfundenen Ungerechtigkeit gegenüber den anderen EU-Ländern gibt. Was tun, wenn ein Geldschein zerrissen wird? Ist er dann noch etwas wert? Diese Frage wurde ebenfalls gestellt. Die Antwort lautet „ja“, solange man noch 51 % des Geldscheines besitzt. Als nächstes wurden wir nach den Sicherheitsmerkmalen der Euro-Geldscheine gefragt. Gemeinsam trugen wir alle 10 Sicherheitsmerkmale zusammen. Diese sind:

  • Spezialpapier
  • Stichtiefdruck
  • Wasserzeichen
  • Sicherheitsfaden
  • Durchsichtsregister
  • Spezielle Folien
  • Sonderfarben
  • UV-Fluoreszenz
  • Mini- und Mikroschriften
  • Maschinenlesbare Merkmale

Um zu verstehen was diese genauen Sicherheitsmerkmale bedeuten, erklärte unser Dozent alle 10 einzeln. Da es den Rahmen des Berichtes sprengen würde, habe ich die einzelnen Sicherheitsmerkmale kurz zusammengefasst.

1. Spezialpapier

Das Papier besteht, wie oben bereits erwähnt, aus reiner Baumwolle, weshalb es sich griffig und fest anfühlt. Dadurch bekommt es einen einzigartigen „Knitter-Geräusch-Effekt“ und verliert nicht an Wert, falls es unbeabsichtigt nass wird.

2. Stichtiefdruck

Aufgrund der Verwendung einer speziellen Drucktechnik fühlen sich das Hauptmotiv, die Schrift sowie die Wertzahlen auf der Vorderseite der Banknoten erhaben oder merklich dicker an. Führt man den Finger oder Fingernägel sanft über die Banknote, so fühlt man das Relief.

3. Wasserzeichen

Das Wasserzeichen entsteht durch Variierung der Papierdichte. Es wird sichtbar, wenn man die Banknote gegen das Licht hält. Helle und dunkle Oberflächen gehen sanft ineinander über, welches das Architekturmotiv sowie die jeweilige Wertzahl erblicken lässt. Legt man die Banknote auf eine dunkle Oberfläche werden die hellen Stellen dunkler.

4. Sicherheitsfaden

Der Sicherheitsfaden ist in das Banknotenpapier eingebettet. Hält man die Banknote gegen das Licht erscheint der Faden als dunkler Streifen. Auf dem Streifen werden das Wort „ EURO“ sowie die Wertzahl der Banknote in Mikroschrift sichtbar.

5. Durchsichtsregister

Durch Gegenlicht sind unregelmäßige Formen auf den Seiten der Banknoten zu sehen. Diese vervollständigen sich zur Wertzahl.

6. Spezielle Folien

Wenn man die Banknote etwas kippt, so erkennt man je nach Betrachtungswinkel im Folienstreifen die Wertzahl der Banknote und das €-Symbol vor einem regenbogenfarbenen Hintergrund. Am Rand erscheint die Wertzahl in sehr kleiner Schrift.

7. Sonderfarben

Die Speziellen Farben der einzelnen Banknoten sind einzigartig. Durch kippen des Geldscheines wechselt die Farbe von Purpurrot zu Olivgrün oder Braun.

8. UV-Fluoreszenz

Beleuchtet man den Geldschein mit UV-Licht, leuchtet das Papier als solches nicht nur die eingearbeiteten Fasern färben sich rot, blau und grün. Zusätzlich erscheint die Flagge der Europäischen Union in grün mit orangefarbenen Sternen. Die Unterschrift des Präsidenten der EZB wird sichtbar.

9. Mini und Mikroschriften

Auf den Banknoten befinden sich an verschiedenen Stellen Buchstaben in Mikroschrift. Um diese zu erkennen, benötigt man ein Vergrößerungsglas.

10. Maschinenlesbare Merkmale

Das sind Merkmale, die kein menschliches Auge sehen kann. Hier wird das Papier auf Elektrizitätsfähigkeit sowie Leitfähigkeit geprüft.

Nach diesem sehr interessanten Vortrag informierten sich noch einige Schüler über einen Ausbildungsplatz und über eventuelle Studiengänge. Zum Schluss durfte sich jeder von uns zerstörtes Geld mit nach Hause nehmen, welches in Folie verschweißt war. Wir bedankten uns bei unserem Dozenten, verabschiedeten uns alle und jeder machte sich auf den Heimweg.

Dennis Schulz, Abt. 1